Archive for November, 2008


(Deutsch: “Zu was in dem Leben des dreieinigen Gottes ist Zeitlichkeit analog?”)
Diese Frage habt ihr euch bestimmt schon ganz oft gestellt, sie begegnet einem ja nahezu täglich…!
Mal ehrlich, manchmal fragt mich sich schon, wo die “practical implications” liegen, wenn man Theologie studiert.
Diese Frage muss ich in einem Essay beantworten. Cool ist es allerdings, wenn man beim Lesen und Forschen entdeckt, dass man mehr über Gott lernt oder zumindest wieder manche Dinge neu bewusst werden, die vielleicht zu sehr in den Hintergrund getreten sind.
Also hat es zumindest mal auf mich ein paar positive Auswirkungen, wenn ich mich mit philosophisch-theologischen Fragen auseinandersetze…


Schon etwas peinlich, wenn man eine Einladung zum Essen bekommt (per E-mail) und dann erst mal in der Bildergalerie nachschauen muss, wer das eigentlich ist ;)
Alles, was ich wusste war, dass ich zum Essen eingeladen war, noch mehr Leute kommen würden – ach ja, Straße und Hausnummer.
Es hat sich dann herausgestellt, dass die anderen eine gute Freundin und einer aus meiner Hebräisch-Lerngruppe waren! Echt ein schöner Abend!

Es ist wirklich krass, wie freundlich und herzlich die Menschen hier (am College?) sind! Ich hoffe, dass ein bisschen was davon auf mich abfärbt…


Schon echt tolle Leute hier! Heute bekam ich eine Kaffee-Tasse geschenkt! Eine von Starbucks (ich liebe Starbucks!). Eine die endlich mal die richtige Größe für mich hat (doppelt so groß, wie eine herkömmliche Tasse). Und sogar eine “London”-Tasse.
Was besseres hätte man mir ja eigentlich nicht schenken können! :) Und das einfach so. Zwischendurch. Echt cool. :)

Funktioniert auch mit Tee. Hab's getestet.

Funktioniert auch mit Tee. Hab's getestet.


…oder sowas ähnliches. Haben beim International CafĂ© ein Kartenspiel gespielt. Ich zählte meine Punkte (in Gedanken auf deutsch), kam auf sechs und wollte das dann laut sagen (realisierte dann, dass ich es natürlich auf englisch sagen muss) und raus kam: sex!
Habe auf diese Weise immerhin zur allgemeinen Erheiterung beigetragen ;)

Ansonsten war es wieder mal ein voll interessanter Abend. Habe eine Japanerin kennen gelernt, die in einer katholischen Uni Theologie studiert hat. Und der Grund war, dass sie von Freunden aus Neuseeland eine Trauerkarte erhielt, in der eine Bibelstelle aus 1 Kor 13 zitiert wurde, wo es um die Liebe geht. (Wahrscheinlich: “Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe; die Liebe aber ist die stärkste unter ihnen”)
Sie war so gerührt davon, dass Liebe tatsächlich mehr ist, als Erotik oder verliebt-sein, so dass sie sich entschied Theologie zu studieren.
Es wird bestimmt interessant, sie noch näher kennen zu lernen…


Was war denn jetzt los mit mir? Ich saß in den Vorlesungen und hätte am liebsten geheult oder wäre raus gerannt. In mir stand alles auf Kampfstellung. So richtig erklären konnte ich mir das nicht.
Eine andere Herangehensweise ist doch letztlich nichts Schlimmes. Und dann ist doch das, was sie sagen auch nicht so furchtbar, dass es solche Reaktionen in mir hervorrufen sollte…
Ja, ich bin in einem reformierten College, in dem es um Gottes Ehre geht, in dem man rational denkt und durchdenkt.
Heute ist mir dann ein Licht aufgegangen. Ich habe es bis jetzt nicht so klar gesehen, weil es mir sonst hier so super gefällt und ich England total mag, aber ich habe wohl wirklich einen Kulturschock- und zwar einen theologischen.
So langsam wird mir klar, dass mein eher pietistischer Hintergrund sich doch in einigen Ansätzen klar von den calvinistischen Ansätzen unterscheidet. Wo ich eher zu einer Überbetonung der Gefühle, der Beziehung und der individuellen Hingabe neige, da wird hier sehr viel Wert (zu viel?) auf die richtige Lehre, auf die (richtige!) Wahrheit und die Rechtgläubigkeit gelegt.
Während es bei uns doch so sehr auf die Beziehung zu Gott ankommt, ist es hier so wichtig, dass man den richtigen, wahren, biblischen Gott anbetet.
Es ist beides nicht falsch, aber wohl beides etwas einseitig. Nachdem ich jetzt so nach und nach durchschaue, warum ich mich manchmal so eingeengt fühlte, beginne ich jetzt auch wieder die guten Seiten zu sehen, zu sehen, z.B. wo ich mich mehr ermahnen muss, auch auf die Wahrheit hinzuweisen, statt einfach nur (oberflächlich) lieb zu haben.
Mit anderen Worten: “Now that I can rationally explain my emotions, I feel a lot better.”


Erstmal sorry, dass ich so wenig schreibe – busy! :)
Aber: ein geniales Wochenende liegt hinter mir: Verena war da! Sie ist einfach ein liebenswert-verrückter Mensch, mit einem riesigen Herzen! Nachdem wir zwei Jahre lang ein Zimmer in Tabor geteilt haben, ist sie mehr als nur eine Schwester in Christus.
Wir haben das Wochenende mit jeder Menge Shopping verbracht (Portobello-Market (der aus “Notting Hill“), Chinatown, Piccadilly Circus, Oxford Street, Camden Town), viel zu viel Geld ausgegeben :) , mit einer netten Freundin von Verena und ihrem Freund was Nettes gegessen, Spaß gehabt, gelacht, gelabert, uns mal wieder in die Herzen geguckt und gebetet.
Es ist krass, wie Gott manchmal zwei Menschen so eine Freundschaft schenkt, obwohl sie so unterschiedlich sind!
Jetzt sind es noch genau vier Wochen, bis der nächste Besuch aus Deutschland kommt – Tobi. :) Und das heißt auch, dass es nicht mehr lange ist, bis diese Semester schon wieder rum ist…
Zeit vergeht.


Jetzt wird dieser Eintrag aber dringendst nötig: Vielen, vielen, vielen, vielen, viiiiiiiieeeeeelen Dank an euch alle, die ihr meinen Geburtstag (Mittwoch) so besonders gemacht habt, wie er war!!!
Danke für alle E-mails, Päckchen, Karten, Briefe, Anrufe, Grüße, e-cards, imaginäre Knuddler, Geburtstagslieder (digital und real), Gedanken, Gedichte, Sprüche, Bibelverse, Wünsche – und was auch immer ihr euch noch habt einfallen lassen! Es war ein total besonderer Tag für mich!!

Für die, die es interessiert, wie ich ihn verbracht habe:
Um 23.00 Uhr am Dienstag rief mich Tobi an, um zu gratulieren, weil in Deutschland ja schon der 12. war :)
Morgens rief meine Mails ab und bekam ein Tabor-Ständchen von ganz lieben Mitstudies als MP3 geschickt (”so nimm denn meine Hände und führe mich…”) Zu geil! binegrus
Morgens ging ich wie immer zum Frühstück mit meiner Lerngruppe. Als ich ankam, waren aber noch die Vorhänge zu (Terassentür) und ich dachte ich sei zu früh (war ich aber nicht) oder ich hätte die SMS nicht gelesen, dass wir uns heute nicht treffen (kam aber keine). Dann bewegte sich der Vorhang ein bisschen – und die Tür ging auf: “Happy Birthday to you…”, eine 23 aus kleine Biscuits gelegt mit Kerzen drauf, eine total liebe Karte und ein Geschenk! War total baff! Ich wusste nicht einmal, dass sie davon wussten, dass ich Geburtstag hatte!
Von Thomas und Gabi bekam ich eine hebräische (unvokalisierte!!!) Geburtstagskarte (wer’s lesen kann, kriegt nen Cookie)!

Dann natürlich Post und Päckchen auspacken. Mjam! Mit einer lieben Freundin war ich dann zum Kaffeetrinken und Brautkleidaussuchen (was für eine Kombination!).
Meine Gebetsgruppe (KSS) hatte dann auch noch einen Kuchen für mich gebacken und mich damit überrascht! Abends (in Familientradition :) ) noch zum Pub zum Fish-and-Chips -Essen und ein laaaanges Telefonat mit Tobi!

Vielen Dank euch allen, dass ihr mir diesen wunderschönen Tag ermöglicht habt!


Der Abend fing damit an, dass mir wieder ein Lied von Third Day in den Kopf schoss, dass ich schon lange nicht mehr gehört habe: Love Song.
“I’ve heart it said that a man would climb a mountain – just to be with the one he loves.
How many times has he broken that promise – it can never be done.
Well, I’ve never climbed the highest mountain – but I walked the hill of Calvery…”

Es ging mir unter die Haut, jetzt wo ich weiß, wie sehr man jemanden vermissen kann, darüber nachzudenken, dass Gott sich noch mehr nach mir sehnt. Ein genialer Song.

Aber eigentlich war ja gar keine Zeit zum Nachdenken, weil ja die Vorbereitungen für das Post-Event-Bonfire getroffen werden mussten. Das fand heute Abend nämlich in Oak Hill statt.
Ich muss schon sagen, dass Orchester (Angefangen mit “God save the Queen”, dann Klassik und schließlich “der Fluch der Karibik”-Soundtrack) und Feuerwerk eine sehr gelungene Kombination ergaben! Auch wenn das Orchester eine CD über Lautsprecher war :)

Dann das eigentliche Bonfire, wenn auch ohne eine Guy Fawks – Figur.

Zu so einem Event sind natürlich auch Gäste immer herzlich willkommen. Ich fand mich schließlich in einer Gruppe von Deutschen wieder: eine Freundin von der Kirche (Au-Pair), eine Bekannte, die wir im Supermarkt getroffen haben und heute den ganzen Abend da war (das ist eine Geschichte für sich) und ein anderer Oak Hill-Student, der auch Deutscher ist. Wozu bin ich eigentlich nach England gekommen? :D

Zum Glück sind ja noch mehr Länder vertreten gewesen: Amerika, Thaiwan, China… Denn heute waren auch einige Leute vom International Cafe da. Das war wirklich ermutigend, nachdem gestern leider niemand gekommen ist. So habe ich auch die Amerikanerin wieder getroffen, bin aber leider nicht wirklich dazu gekommen, mich mit ihr richtig zu unterhalten. :(

Nach dem Bonfire (also quasi ei post-post-event-bofire-night-eventoder so) hatten wir noch Fellowshipgroup (Koino, für die Taborianer unter uns). Wieder viel leckeres Essen, gute Stimmung, Lachen, Humor, Witze, kultureller Austausch…

Dann musste Ina (Au-Pair) noch zum Bus gebracht werden, mit einem kleinen Umweg über ASDA, den großen 24/7-Stunden offenen Supermarkt. Dort noch schnell ein Geschenk für einen Geburtstag kaufen, und, wo man schon mal da ist, auch gleich noch einen Überwurf (der leider doch zu klein ist) und ein paar Kissen.

Auf dem Rückweg vom Bus begegnete ich noch so genannten “Street Pastors“. Ich war natürlich neugierig und fragte, was sie machen, woher sie kommen etc. Es waren einfach nur Christen, von verschiedenen Gemeinden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, nachts auf die Straßen zu gehen, Menschen Hilfe anzubieten, wenn sie wollen, für sie zu beten, versuchen mit anzupacken, wo es nötig ist, auch einfach nur freundlich sein. Dabei hoffen sie, dass sie Gottes Liebe zeigen und Menschen davon erzählen können. Mich haben sie jedenfalls ermutigt und beeindruckt – und ich hoffe, dass ich mir von ihrer Hilfsbereitschaft und Aufopferung eine Scheibe abschneiden kann.

Irgendwie krass, wie lang ein Abend sein kann… Aber auch schön.


Mein Ink-Stift ist in der Handtasche ausgelaufen!


Irgendwelche Tipps, wie ich die Farbe von den Fingern kriege?


Das fand ich heute in meinem Pigeon Hole (jeder Studi hat hier ein Fach):

Es ist einfach schön, Freunde zu haben. :)