Archive for Januar, 2009
Amos (7) fragt: Warum dauert es eigentlich so lange mit dem Vorbereiten für die Hochzeit?
Ich: Naja, es gibt halt viel zu tun…
Amos: Wieso? Man muss doch einfach nur Essen machen und dann Leute einladen und dann heiratet man halt!
:D
So, jetzt sitze ich hier zwischen gepackten Koffern, bereit um morgen wieder nach Deutschland zu fliegen.
Hinter mir liegt ein langes, spannendes, herausforderndes Semester. Wenn man mich fragt, ob ich froh bin, jetzt wieder nach Hause zu fliegen, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Einerseits ja. Ich freue mich auf meine Freunde, alte Bekannte, meine Familie, Tabor und natürlich am allermeisten auf meinen Verlobten!
Nach Hause fliegen heißt aber auch, dass ich neue Freunde wieder zurück lassen muss. Wenn ich auf das vergangene Semester schaue, ist es einfach unglaublich, wie viele, tiefe Freundschaften sich entwickelt haben, wie viele schöne Momente es gab, wie viele Erfahrungen ich sammeln konnte und durch wie viele Herausforderungen Gott mich durch getragen hat.
Wenn ich morgen in das Flugzeug steige, werde ich viele und vieles zurücklassen – aber ich weiß, dass ich um viele Erfahrungen reicher geworden bin.
Was ich sonst noch so vermissen werde? Tee und Kaffee zu jeder Tages- und Nachtzeit, die leckeren Baguettes, die es immer zum Mittagessen gab, Dr. Who (kann man nicht beschreiben ;)), den täglichen Spaziergang mit den Kids zur Schule, die Tube (U-Bahn), London in der Nähe zu haben, die englische Sprache, Chocolate Oranges, die Band in der Gemeinde (bei der ich sogar ab und zu mitgespielt habe), zu meinem eigenen Erstauen bestimmte Teile der Andachtsliturgie und die Abendmahlsgottesdienste am Donnerstagmorgen, das Morgens-aufwachen-weil-Leah-auf-ihrem-Bett-hüpft, die vielen schönen, grünen Parks, die es hier überall gibt, die zahmen Eichhörnchen (eins kommt regelmäßig zu meinem Fenster und guckt rein, was ich gerade mache!), die Freundlichkeit und Höflichkeit der Engländer, meine Frühstücks-Lerngruppe, den ASDA (riesiges Einkaufscenter, bei dem man eigentlich alles kriegen kann, von Lachsbraten bis zur Lebensversicherung, der 24 Stunden am Tag geöffnet ist und immer supergünstige “smart price” Angebote hat, wie z.B. einen Wasserkocher für drei Pfund), die Freundlichkeit der Autofahrer, die oft extra anhalten, damit man über die Straße gehen kann, English Puddings (!) und Galaxy-Schokolade….
Tja, ein weiteres Kapitel meines Lebens scheint sich dem Ende zu zuneigen und eröffnet das Feld für ein neues Jahr voller spannender Veränderungen!
Also dann, auf geht’s! :)
Man sollte vielleicht auch einfach mal nachfragen…! Naja, nachher ist man immer…
Jedenfalls hatte ich mich heute mit Louise beim Dogmatik-Lernen gerade noch über Dave unterhalten als Sarah anrief um uns zu einer Runde “Siedler von Catan” einzuladen. Mir war natürlich sofort klar, dass es Dave’s Frau Sarah sein musste. Ich bin also dort zur verabredeten Zeit aufgetaucht und wunderte mich schon ein wenig über Dave’s erstauntes Gesicht. Ich fragte ob Louise schon da sei. Hochgezogene Augenbrauen und fragende Blicke: “Sollte sie auch kommen?”
Tja, es gibt halt doch noch mehr als nur eine Sarah in Oak Hill… Bin zum Schluss dann glücklicherweise doch noch bei der richtigen gelandet und wir hatten allesamt einen sehr coolen “Settler”-Abend. :D
Auf ins neue Jahr – und euch allen auch ein frohes Neues! :)
Hinter mir liegen ein paar wunderschöne Tage Urlaub in Stafford bei Freunden zusammen mit Tobi. Ich hab zum Schluss nicht mehr sagen können, welcher Tag es war – also so richtig Urlaub! Einfach mal nix tun – nicht einmal Blog schreiben (wie ihr vielleicht gemerkt habt) :) War auch nötig…
Dann noch ein kurzer Besuch (sechs Tage) in Deutschland um bei der TEFreloaded (eine Teen-Freizeit für Kinder von ehemaligen Tabor-Studenten) mitzuarbeiten. Sehr ermutigend, schön, spannend, herausfordernd, lustig…und schlaflos ;)
Und nun bin ich wieder hier in England um das letzte Exam zu schreiben, bevor die Zeit hier zu Ende ist.
Es ist unglaublich, dass die Zeit schon vorbei sein soll. Einerseits freue ich mich natürlich schon sehr auf das Ende der Fernbeziehung und dann auch darauf alle Freunde und Bekannte in Deutschland wiederzusehen – aber ein bisschen kommt auch Wehmut auf, wenn ich daran denke, dass ich die ganzen lieben Menschen hier bald zurück lassen muss…